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Infineon lässt molekulare Kohlenstoff-Röhren wachsen
Nano-Forscher erzielen technischen Durchbruch für Chip-Industrie

Infineon lässt molekulare Kohlenstoff-Röhren wachsen / Nano-Forscher
erzielen technischen Durchbruch für Chip-Industrie
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München (ots)

Infineon Technologies ist auf dem Weg zur
Massenproduktion eines möglichen Silizium-Nachfolgers für die
Chip-Herstellung einen entscheidenden Schritt weiter. Erstmals ist es
Forschern des Münchner High-Tech-Unternehmens gelungen, so genannte
Carbon-Nano-Tubes - winzige Röhren auf Basis des chemischen Elements
Kohlenstoff - an vordefinierten Stellen auf einem Trägermedium (Wafer
mit 150 mm Durchmesser) wachsen zu lassen. Mit einem in der
Mikroelektronik weit verbreiteten Verfahren ist es möglich, in naher
Zukunft die interessanten Eigenschaften der Nano-Röhren in bestehende
Fertigungsprozesse einzubinden und für die Entwicklung verbesserter
ICs (Integrated Circuits, Integrierte Schaltkreise) zu nutzen.
Molekularer Fußball gibt den Denk-Anstoß
Carbon-Nano-Tubes zählen zur Familie der Fullerene, der reinsten
Form des Kohlenstoffs. Im Wesentlichen existieren Fullerene in zwei
Formen: Als kugelartige Gebilde (zum Beispiel aus 60
Kohlenstoffatomen bestehende "Fußbälle" mit geschlossener,
polyedrischer Struktur) oder als nahtlose Röhren, deren Durchmesser
zwischen 0,4 und 100 Nanometern (nm) bei einer Länge von bis zu einem
Millimeter differieren kann. Ihren Namen haben die Fullerene von
Richard Buckminster Fuller (1895-1983), der sich als Architekt
intensiv mit geometrischen Strukturen beschäftigte. Unter anderem
entwarf er für den USA-Pavillon für die Weltausstellung 1967 in
Montreal eine selbsttragende Kuppel aus Fünf- und Sechsecken, welche
die Erdkrümmung berücksichtigte. Robert F. Curl, Harold W. Kroto und
Richard E. Smalley erhielten für die Entdeckung des
Kohlenstoff-Fußballs (beziehungsweise des C60-Moleküls) 1996 den
Nobelpreis für Chemie - und tauften ihre molekulare Errungenschaft
aufgrund der Ähnlichkeit mit Buckminsters bekannter
Kuppel-Konstruktion "Fullerene".
Prozessoren die nicht ins Schwitzen kommen
Für die Halbleiterindustrie warten die Kohlenstoff-Nanoröhren mit
interessanten Eigenschaften auf, das dieses Material zum möglichen
Nachfolger des heutigen Siliziums macht. Carbon-Nano-Tubes verfügen
über eine extrem hohe Stromleitfähigkeit und ertragen Stromdichten,
bei denen sich Kupfer schon längst im Schmelzungsprozess befinden
würde. Darüber hinaus fließt der Strom durch die Nano-Röhren fast
ohne jede Reibung - eine aufwändige Abführung von überschüssiger
Hitze ist demnach nicht notwendig. Lediglich an den Kontaktstellen zu
anderen Materialien entwickeln sich erhöhte Temperaturen, die
allerdings durch die bemerkenswerte Wärmeleitfähigkeit der
Carbon-Nano-Tubes in den Griff zu bekommen sind. Besonders für die
Produktion moderner Hochleistungs-Prozessoren ist das eine sehr
interessante Aussicht, angesichts der immer aufwändigeren
Kühlmechanismen für Computer-Prozessoren mit hohen
Gigahertz-Taktungen.
Schritt für Schritt zur Nano-Revolution
Infineon Technologies rechnet damit, dass Carbon-Nano-Tubes
frühestens 2005 erstmals in Chip-Entwicklungen des bekannten
High-Tech-Lieferanten zum Einsatz kommen. Dabei werden vor allem
komplexe Logikbausteine, Mikrocontroller und Halbleiter für den
Telekommunikations-Bereich von den Erfolgen der Nano-Forscher
profitieren können. Der nächste, logische Schritt wäre dann der
Ersatz von Kupfer-Leiterbahnen durch die leitungsfähigen
Kohlenstoff-Röhren auf normalen Chips, was sich vor allem in
wesentlich höheren Taktraten und Leistungsdaten widerspiegeln wird.
Langfristig stellen sich die Visionäre von Infineon darauf ein, dass
die Nano-Tubes das verhältnismäßige teure Silizium als Substrat in
der Halbleitertechnik ablösen wird.
Rückfragen:
Infineon Technologies AG
Media Relations:
Reiner Schönrock
Tel.: ++49 89 234-29593, Fax: -28482 
reiner.schoenrock@infineon.com
Investor Relations:
Tel.: ++49 89 234-26655, Fax: -26155 
investor.relations@infineon.com

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