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ARD Sportschau-Interview mit UEFA-Präsident Ceferin: "Ein entscheidender Moment in der Geschichte des europäischen Fußball"

Köln (ots) - Der Präsident des Europäischen Fußballverbandes UEFA, Aleksander Ceferin, sieht starken Reformbedarf im europäischen Fußball. In einem Exklusivinterview mit der ARD Sportschau (Das Erste, Samstag, 9.9.2017, 18.00 Uhr), ein Jahr nach seiner Wahl zum neuen UEFA-Präsidenten, nennt er die aktuellen Diskussionen um den Transfer von Neymar zu Paris Saint Germain für 222 Millionen Euro einen der entscheidenden Momente in der Geschichte des europäischen Fußball. "Wir müssen jetzt was unternehmen und das Financial Fairplay modernisieren, weil die Schere zwischen den großen und den kleinen Clubs größer und größer wird", so Ceferin.

Das Financial Fairplay, die Regelung der UEFA, dass kein Verein signifikant mehr ausgeben darf als er einnimmt, beinhaltet auch die Möglichkeit, Clubs komplett für einen Wettbewerb wie die Champions League zu sperren. Darauf angesprochen sagt Ceferin in der ARD: "Wir haben keine Angst zu handeln. Die Regeln sind genau die gleichen für die großen und die kleinen Clubs. Wer gegen die Regeln verstößt, wird sanktioniert."

Um den Auswüchsen des Transfermarktes Einhalt zu gebieten, fordert der Slowene Aleksander Ceferin, der selten Interviews gibt, zudem die Einführung einer Gehaltsobergrenze, eine stärkere Begrenzung der pro Verein registrierten Spieler sowie die Begrenzung der Möglichkeit, Spieler zu kaufen und wieder zu verleihen, insbesondere über 25 Jahre alte Spieler. Das Transferfenster hält Ceferin für "zu lange offen. Es ist keine schlechte Idee zu sagen, das Fenster endet Ende Juli."

In der ARD Sportschau reagiert DFB-Präsident Reinhard Grindel auf die Idee, eine maximale Transfersumme pro Transferfenster und Club einzuführen. "Ich bin dafür, dass man über diesen Vorschlag im UEFA-Exekutivkomitee diskutiert, genauso wie über andere Vorschläge, das Financial Fairplay zu schärfen." Dann dürfte ein Club nur noch eine festgeschriebene Summe pro Transferfenster ausgeben, unabhängig davon, wie viele Spieler er kauft.

Angesprochen auf die von ihm auf den Weg gebrachten Ethikreformen widersprach UEFA-Präsident Ceferin dem Vorschlag, analog zur FIFA auch die Europameisterschaft vom 55 Mitgliedsverbände umfassenden Kongress und nicht vom 16-köpfigen Exekutivkomitee vergeben zu lassen. "Aber wenn jemand den Vorschlag machen würde, dass der Kongress zukünftig die EURO vergibt, würde ich darüber abstimmen lassen."

Hinsichtlich der Austragung der Europameisterschaft 2024, für die sich Deutschland und die Türkei bewerben, sagt Ceferin: "Die Entscheidung ist noch nicht gefallen. Ich erwarte zwei sehr gute Bewerbungen von zwei großen Ländern."

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