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WAZ: Hiesinger riskiert viel - Kommentar von Stefan Schulte zur Stahlfusion Thyssen-Krupp/Tata

Essen (ots) - Es wird ernst für die Stahlkocher von Thyssen-Krupp: Vorstandschef Heinrich Hiesinger will sie ausgliedern, weil er nicht im Stahl die Zukunft des Dax-Konzerns sieht, sondern in den Hightech-Sparten mit Aufzügen, Anlagenbau und Auto-Komponenten. Dabei steht außer Frage, dass europäischer Stahl es auch in den kommenden Jahren nicht leicht haben wird auf dem Weltmarkt. Die Börse quittiert nicht ohne Grund jede Nachricht über eine nahende Stahlfusion mit satten Aufschlägen auf die Aktie des Dax-Konzerns.

Doch die Stahlwerke von Thyssen-Krupp sind nicht irgendein Geschäftsbereich irgendeines Mischkonzerns. Sie sind das Herz des Traditionsunternehmens, dessen Kammern im ganzen Ruhrgebiet schlagen, mit der Stahlstadt im Duisburger Norden als pulsierendem Zentrum. Und mit der wohl bestorganisierten Belegschaft.

Hiesinger riskiert einen Großkonflikt, der übel enden könnte. Die Stahlindustrie baut seit Jahrzehnten Tausende Stellen ab - bisher stets ohne Massenentlassungen. Noch immer stand am Ende eine gemeinsame Lösung, das muss auch jetzt oberste Priorität für alle Beteiligten haben. Im Interesse der Stahlkocher - und des Konzerns.

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